In einer großen randomisierten Deutschen Multicenterstudie (Rekrutierungszeitraum bis 2005) wurden Patienten mit nichtseminomatösem Hodenkrebs (syn. Keimzelltumor -Testicular cancer) im klinischen Stadium I ( mit bildgebenden Verfahren keine Fern-oder Lymhknotenmetatstasen nachweisbar) randomisert entweder mit einer retroperitonealen Lymphadenektomie (operative Entfernung der Lymphknoten entlang der Bauchschlagader bzw. der großen Hohlvene , n=188)) oder mit einem Kurs Polychemotherapie (Cisplation,Etoposid,Bleomycin-PEB , n= 178) behandelt und nachbeobachtet:
Von 331 auswertbaren Patienten in der Nachbeobachtungsphase (follow-up bis 5 Jahre)waren insgesamt 96 % relapsfrei, d.h.,dass klinisch keine Anzeichen für ein Fortschreiten der Krebserkrankung bestanden). Während in der Gruppe mit Lymphadenektomie 14 (7,5%) Patienten in der Nachbeobachtungsphase Metastasen entwickelten,waren dies in der Polychemotherapiegruppe nur 1,1 %.
Kommentar: Diese große prospektive randomisierte Studie mit Patientengruppen vergleichbaren Risikos demonstrierte eindrucksvoll, dass die generell gut vertragenen Polychemotherapie mit nur 1 Kurs PEB der Lymphadenektomie, welche ja einen sehr großen operativen Eingriff darstellt, deutlich überlegen zu sein scheint und somit wohl die deutlich bessere Alternative für die betroffenen Patienten darstellt.
Quelle: National Cancer Institute : Clinical Trial Results: www.cancer.gov/clinicaltrials/results/testicular0706