Das Hauptproblem der Hodentumortherapie liegt bei den meist noch jungen und kinderlosen Männern in der irreversiblen Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit. Hierbei muss man wissen, dass der von einem Hodentumor betroffene Patient bereits zum Zeitpunkt der Diagnose meist eine deutliche Beeinträchtigung der Spermiogenese und somit der Fruchtbarkeit aufweist, welche durch weitere Chemotherapien oder Bestrahlungen noch zusätzlich eingeschränkt wird.
Außerdem haben Studien gezeigt, dass Hodentumorpatienten im späteren Alter (40-60 Jahre) 3x häufiger von einem Testosteronmangel (Hypogonadismus) betroffen sind als die Normalbevölkerung, sodass dann diese Männer später eine Testosteron-Substitutionstherapie benötigen.
In Abhängigkeit davon, ob und wie viel Chemotherapien erforderlich wurden besteht in späteren Jahren ein erhöhtes Risiko, an Zweittumoren zu erkranken (Leukämien, Lymphome etc.).
Hodentumorpatienten sollten deshalb auch jenseits der so genannten 5-Jahresgrenze (der Zeitraum, in welchem kein Relaps des Hodentumors mehr festgestellt wurde – die Tumorrelapse kommen meist in den ersten 2 Jahren, seltener nach 3-5 Jahren und ganz selten noch nach 5 Jahren) den Urologen zur Tumornachsorge aufsuchen.