Metaanalyse (1980-2005) der assistierten Reproduktion (IVF/ICSI) zeigt erhöhtes Risiko von Fehlgeburten,Schwangerschaftskomplikationen und Mißbildungen

In der unlängst in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Lancet publizierten und  bislang größten Metaanalyse  der Ergebnisse der assistierten Reproduktion (in-vitro-Fertilisation-IVF und intracytoplasmatische Spermieninjektion-ICSI) analysierten die Autoren im Zeitraum 1980-2005 insgesamt 3980 zu dem Thema veröffentlichte wissenschaftliche Publikationen (Sutcliffe,A.G., Ludwig M, Lancet 2007,370,351-359). Die Hauptergebnisse der Analyse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Seit dem ersten durch IVF geborenen Kind 1980 in England wurden bis Ende 2005 weltweit über 1 Million Kinder entweder durch IVF oder durch ICSI geboren.IVF/ICSI-Kinder machen mehr als 1 % aller derzeit geborener Kinder aus, in Finnland z.B. sogar 4%. Das größte Risiko von IVF und ICSI sind Mehrlingsschwangerschaften bis zu über 30 %. Die Spontanabortrate nach ICSI/IVF ist zwischen 20-34 % höher als bei normalen Schwangerschaften.Chormosomenaberrationen sind nach ICSI mit 0,63 % vs. 0,2 % höher. Die Rate schwerer Mißbildungen , welche fast ausschließlich Jungen mit urogenitalen Mißbuildungen und hierbei vor allem Penis-/Harnröhrenmißbildungen (Hyposapdien) betreffen, ist gegenüber natürlichen Schwangerschaften um 30 % erhöht. Zusätzlich besteht nach ICSI/IVF ein erhöhtes Risiko von cerebralen (gehirnbedingten) Lähmungen .Die Rate von Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie ist um 55 %, die Früfgeburtrate um das zweifache erhöht. Die weitere Entwicklung gesund geborener Kinder unterscheidet sich nach ICSI/IVF nicht von der nach natürlich induzierten Schwangerschaften geborenen Kindern.

Eigener Kommentar:  Diese bislang größte publizierte Metaanalyse zu den modernen Reproduktionsmethoden beweist, dass ICSI und IVF mit einem erhöhten Schwangerschafts-,Frühabort-,Frühgeburts- und Mißbildungsrisiko einhergeht, auch wenn dies von vielen insbesondere kommerziell ausgerichteten Fertilitätskliniken geleugnet bzw. verharmlost wurde/wird. Paare, mit Kinderwunsch , welche diesen oft sehr stressreichen und teuren Weg der Familienplanung beschreiten wollen,sollten diese neuen Tatsachen mit in der Entscheidungsfindung berücksichtigen.

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