Der Tribut des Hormonentzugs beim fortgeschrittenen Prostatakrebs

Das fortgeschrittene Prostatakarzinom, welches weder durch Operation (radikale Entfernung der Prostata)  noch durch Strahlentherapie geheilt werden kann, wird auch heute noch weltweit standardisiert mit einem hormonellen Entzug behandelt, indem die Testosteronwerte auf präpubertäre Werte gesenkt werden. Dies geschieht  entweder chemisch-medikamentös mit  LH-RH-Analgoa, welche alle 3 Monate unter die Bauchhaut gespritzt werden, oder aber durch  das operative Entfernen des das Testosteron produzierenden Hodengewebes.

Eine große, jetzt im Oktober 2007 im Journal of Urology (Krupski,T.L.et al,J.Urol. 2007,178,1423-1428) publizierte Serie mit insgesamt 8.577 Patienten mit Prostatakrebs, von welchen 3055 sich einer solchen Hormonentzugsbehandlung unterzogen hatten, während dies bei den anderen 5522 Männern nicht der Fall war, ergab folgende Ergebnisse:

Die Männer mit einer Hormonentzugsbehandlung hatten nach 3 Jahren signifikant häufiger Knochenbrüche (18,7 % vs. 14,6 %, p< 0,001) .Die durchschnittlichen Behandlungskosten für die mit Hormonentzugsbehandlung therapierten Patienten betrugen in dem 3-Jahreszeitraum $ 48.350,– gegenüber nur $ 26.097,– in der Kontrollgruppe.

Diese Studie zeigt einmal mehr, dass Männer , welche sich wegen fortgeschrittenen Prostatakrebses einer Hormonentzugsbehandlung unterziehen müssen, ein deutlich höheres Osteoporose-und Knochenbruchrisiko aufweisen, was mit erheblichen Mehrkosten für das Gesundheitssystem verbunden ist. Ganz abgesehen von dem hohen Leidensdruck für die davon betroffenen Männer.

Eigene Empfehlung: Männer haben es selbst in der Hand, ob sie eines Tages an einem nicht mehr heilbaren Prostatakrebs erkranken, der dann eine Testosteronentzugsbehandlung erfordert, oder aber rechtzeitig geheilt werden können, indem sie einmal im Jahr ihren Urologen aufsuchen und dort einen Prostatacheck mit PSA-Wert-Bestimmung durchführen lassen.

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