Verschiedene Hormonstörungen können zu einer Beeinträchtigung der Spermiogenese führen. In erster Linie sind hierbei die Hyperprolaktinämie zu nennen. Diese ist entweder auf eine vermehrte Produktion des Hormons Prolaktin in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) auf Grund eines gutartigen Tumors, nämlich einem sog. Mikroprolaktinom (< 1cm Größe) oder Makroprolaktinom (> 1cm Größe) zurückzuführen., welche in über 90 % der Fälle erfolgreich mit Prolaktinhemmern (Bromocriptin, Cabergolin, Lisurid u.a.) behandelbar sind.
Eine Hyperprolaktinämie kann aber auch als Nebenwirkung von verschiedenen Medikamenten auftreten und so auch zu einer Störung der Fruchtbarkeit (Infertilität) führen. Auch diese Medikamenten induzierte Hyperprolaktinämien werden mit Prolaktinhemmern behandelt.
Außerdem führt der ausgeprägte Hypogonadismus (Testosteronwerte < 2,5-3 ng/ml, bzw. < 8,2-10,4 nmol/ml) ebenfalls oftmals zu einer Beeinträchtigung der Spermiogenese. Bei Hypogonadismus und gleichzeitigem Kinderwunsch darf nicht mit Testosteronpräparaten behandelt werden, da dann die für die Spermiogenese erforderliche FSH-Sekretion auf Grund des negativen Feedbacks in der Hormonregulation stark gedrosselt und somit die Spermienproduktion noch weiter heruntergefahren wird.
In diesem Falle, also bei gleichzeitigem Kinderwunsch, muss der Hypogonadismus mit HCG oder GnRH Injektionen behandelt werden.
Störungen der Schilddrüsenfunktion können ebenfalls, wenn sie ausgeprägt sind, sowohl bei Unter-(Hypothyreose) als auch bei Überfunktion (Hyperthyreose) die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.