Von den wenigen ursächlich direkt behandelbaren Gründen, wie z.B. den verschiedenen obig beschriebenen Hormonstörungen, existiert derzeit keine wirklich wirksame medikamentöse Therapie der männlichen Infertilität. Zwar wurden und werden auch heute noch verschiedene Substanzen wie Vitamin E, Carnitin, Folsäure, Zink oder Pentoxyfillin zur Behandlung des in-/subfertilen Mannes ausprobiert, für keine der genannten Substanzen wurde aber ein Wirknachweis in placebo-kontrollierten, doppelblinden Studien erbracht.
Allerdings wurde unlängst über den erfolgreichen Einsatz von Clomiphen citrat (oral als Tablette erhältlich) bei 42 Patienten mit nicht obstruktiver Azoospermie berichtet (Hussein,A. et al: Clomiphene administartion for cases of nonobstructive azoospermia: A multicenter study.J Androl. 26,787-793,2005). Die Clomiphendosis wurde in dieser Studie so dosiert, dass die Serum-testosteronspiegel zwischen 600 und 800 ng/dL betrugen. Vereinzelt wurde auch über den erfolgreichen Einsatz von Tamoxifen( 20 mg) bei männlicher Infertilität berichtet.
Für viele Paare mit Kinderwunsch und nachgewiesener männlicher Infertilität bleiben allerdings meist nur die verschiedenen Methoden der Reproduktionsmedizin (assistierte Reproduktion) wie In-vitro-Fertilisation und intrazytoplasmatische Spermieninjektion als letzter Rettungsanker bei männlicher Infertilität übrig.