Empfehlungen zum sinnvollen Prostatascreening

Da mittlerweile Bücherregale an Publikationen über Cut-off Werte für Gesamt-PSA , freies PSA und PSA-Velocity existieren , welche mehr dazu angetan sind sowohl Laien als auch Ärzte zu verwirren, denn Ihnen Sicherheit zu geben, erscheint insbesondere unter Berücksichtigung der in den letzten 2 Jahren publizierten großen Studien mit Zehntausenden von Männern derzeit  folgendes Fazit zum PSA erlaubt:

1. Jeder Mann sollte mit 40-45 Jahren erstmals einen PSA-Wert  bestimmen lassen.

2. Ist der PSA-Wert im Bereich des alterskorrelierten Medianwertes (siehe Tab. 4: < 50 Jahre 0,7 ng/ml , < 60 Jahre 0,9 ng/ml , > 60 Jahre 1,4 ng/ml) so genügt die nächste PSA-Bestimmung in 2 Jahren.

3. Liegt der gemessene PSA-Wert über dem alterskorrelierten Medianwert so sollte beim Urologen eine rektale Palpation der Prostata und eine sonographische Größenbestimmung der Prostata erfolgen und davon das weitere Vorgehen abhängig gemacht werden. Bei PSA-dichte-Werten > 0,15 ng/ml/cm3 bzw. fPSA/tPSA-Quotienten < 0,20 sollten die Untersuchungen in 4-6-monatigem Abstand wiederholt werden.

4. Liegt der PSA-Wert in den Altersgruppen 40 – 59 Jahre über dem alterskorrelierten Medianwert aber noch unter 3 ng/ml so sollte bei unverdächtigem Prostatatastbefund und PSA-dichte Werten < 0,15 ng/ml/cm3 in 6 Monaten eine erneute PSA-Kontrolle mit Bestimmung des freien PSA-Wertes und der PSA-dichte erfolgen, um u.a. einen Hinweis auch auf die PSA-Velocity zu erhalten.

5 . Ist die Prostata sonographisch deutlich vergrößert (Volumen > 50 ccm) so ist der gemessene PSA-Wert nicht nur in Korrelation zum Alter sondern auch in Korrelation zur Prostatagröße (PSA-dichte !) zu sehen. Große Prostataadenome mit Volumina von 80-150 ccm oder noch größer haben nicht selten Gesamt-PSA Werte von zwischen 4 und 12 ng/ml oder noch mehr (persönliche Erfahrungen bis 35 ng/ml), ohne dass diese erhöhten PSA-Werte  durch Krebszellen bedingt sein müssen. Bei solchen großen, gutartigen Prostataadenomen geben PSA-velocity ,PSA-dichte und freies PSA weitere Hinweise auf die Dignität der Prostata.

Alle großen Studien der jüngsten Vergangenheit haben gezeigt, dass die PSA-velocity auch bei gutartigen Prostataprozessen alterskorreliert ansteigt, aber bei weitem nicht so stark wie beim Prostatakarzinom.

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