Anhand verschiedener großer Langzeitstudien war man in der Lage, verschiedene Kriterien beim Prostatakarzinom herauszuarbeiten, welche eine individuelle Risikostratifizierung zulassen. Parameter, welche in diese individuelle Risikostratifizierung mit eingehen, sind insbesondere der PSA-Wert, das Tumorstadium (T,N,M) sowie vor allem das Grading nach Gleason.
Studien der jüngsten Vergangenheit haben zusätzlich gezeigt, dass die PSA-Velocity und hierbei die PSA-Verdoppelungszeit die letzten 12 Monate vor Durchführung kurativer( in Heilungsabsicht durchgeführter) Therapiemaßnahmen (radikale Prostatektomie , Bestrahlungstherapie incl. Brachytherapie) bzw. palliativer Maßnahmen (Antihormontherapie,Chemotherapie) einen Einfluss auf Überlebens-wahrscheinlichkeit und Überlebensdauer beim Prostatakrebs haben.
In der Literatur existieren hierbei eine Reihe von Publikationen, welche unterschiedliche Risikostratifizierungen angeben, die sich aber nur in Nuancen unterscheiden.
Als sehr übersichtlich und nützlich, sowohl für den betroffenen Patienten als auch für den behandelnden Arzt, sei stellvertretend für alle Risikostratifizierungen die neueste Stadieneinteilung der American Urological Association (AUA) aus dem Jahre 2006 genannt (nachzulesen im Internet unter www.auanet.org):
Niedriges Risiko : PSA = 10 ng/ml
Gleason-Score = 6
Klinisch T 1 oder T 2a-Stadium
Mittleres Risiko: PSA > 10ng/ml und < 20 ng/ml
oder Gleason-Score 7
oder klinisch T 2b Stadium
Hohes Risiko: PSA > 20 ng/ml
oder Gleason Score 8-10
oder klinisch T 2c- Stadium
Weitere in der Literatur mitgeteilte Kriterien zur Beurteilung der Aggressivität eines Prostatakrebses und somit des Krebs-Sterberisikos sind (siehe Text vorher):
PSA-Velocity > 2 ng/ml/Jahr
PSA-Verdoppelungszeit < 1 Jahr
PSA-density > 0,18 ng/ml ccm3