Infektionswege des Herpes genitalis
Die Infektion erfolgt bei sexuellen Aktivitäten, sei es durch vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr oder aber auch durch Oralverkehr. Eintrittspforte für die Viren sind Haut und Genital- bzw. Mundschleimhäute.
Einmal infiziert heißt immer infiziert, d.h., dass der betroffene Mensch de facto lebenslang infiziert bleibt.
Die Viren gelangen durch die beschriebenen Mikroverletzungen in die jeweiligen Epithelzellschichten und vermehren sich dort. Von dort gelangen sie in die Enden der sensiblen Haut- und Schleimhautnervenäste, über welche unsere Empfindungen (z.B. Temperatur-,Berührungs- und Schmerz-empfinden) und somit unsere Gefühle (z.B.Lustempfinden bei Berührung) an Rückenmark und Gehirn weiter geleitet werden. Über die Nervenfasern gelangen die HSV Viren in die sensiblen Nervenganglien (Kerne) und bleiben („überwintern“)dort solange der „Wirtskörper“, in diesem Falle also der Mensch am Leben ist. In Abhängigkeit vom jeweils aktuellen Immunstatus des Virusträgers werden die latent in den Nervenganglien schlummernden Viren dann periodisch aktiviert, also quasi zum Leben erweckt, und wandern entlang der Nervenfasern wieder zu deren Enden und verursachen dann dort klinische Symptome , welche sehr unterschiedlich stark ausgebildet sein können - von unbemerkten, kleinen roten Punkten bis hin zu sehr schmerzhaften Bläschenbildungen an Haut und Schleimhäuten der Genitale. Bläschenbildungen sind typischerweise rundlich und stechnadelköpfgroß, entweder einzeln oder in Gruppen angeordnet. Nach einigen Tagen verkrusten dann diese Herpesbläschen und heilen wieder ab.
Egal, ob die HSV-Erstinfektion vom Menschen bemerkt wurde oder unbemerkt blieb, immer wandern die Viren dann zu den Nervenganglien und bleiben dort lebenslang.