Testosteron - ein Gefäß und Herz schützendes Hormon

Das Hormon Testosteron schützt Herz und Gefäße

Es existiert mittlerweile eine Bücherschränke füllende Literatur, die unisono belegt, dass Testosteron, wenn in physiologischen (natürlichen) Spiegeln vorhanden, gut für unsere Gefäße ist. Bereits in dem obigen Abschnitt Metabolisches Syndrom wurde dargelegt, dass Testosteron die Häufigkeit eines Metabolischen Syndroms und damit das kardiovaskuläre Risiko reduzieren kann. So zeigten Männer mit niedrigem Testosteron, also einem Hypogonadismus, eine größere Gefäßwanddicke (Intima-Mediadicke) der Halsschlagadern (Carotisarterien) gegenüber Männern mit normalem Testosteronspiegel

(Quelle: Makinen,J. et al.J Am Coll Cardiol 2005,45,1603-1608).

Bei Diabetikern, welche einen Mangel an Testosteron (Hypogonadismus) hatten und mit Testosteron substituiert worden waren, kam es zu einem Absinken der entzündlichen und damit Gefäßverkalkungen induzierenden Zytokine Interleukin beta 1, Interleukin 6 und TNFalpha

(Quelle: Corales,JJ.et al, J Endocrinol 2006,189,595-604).

Niedrige, also hypogonadale Testosteronspiegel korrelierten langfristig (5-10 Jahre) mit einer erhöhten Rigidität der Gefäßwand der Halsschlagadern (Carotisarterien).

Der Gefäßwandrigiditätsindex korreliert dabei wiederum direkt mit dem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

(Quelle: Hougaku,H. et al,Am J Physiol Endocrinol Metab 2006, 290, E234-E242).

Direkte Infusionen von Testosteron in die Herzkranzgefäße führte bei Männern mit koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris) auf Grund direkt Gefäßwand relaxierender Eigenschaften von Testosteron zu einem positiven Effekt bezüglich der Herzmuskelischämie (Ischämie= Durchblutungsstörung)

(Quelle: Rosano,G.M. et al,Circulation 1999,99,1666-1670).

Bei Männern mit chronischer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und grenzwertig niedrigen Testosteronspiegeln verbesserte eine 6-monatige Testosterontherapie gegenüber Placebo die funktionelle Kapazität und die Laufstrecke um 18 %

(Quelle: Malkin et al, JCEM 2005,90,2618-2623)

Die interessanteste Studie zum Thema Testosteron und Gefäße wurde 2006 publiziert

Diese Studie konnte erstmals belegen, dass Männer mit einem Mangel an Testosteron, also einem Hypogonadismus, gegenüber solchen mit normalem Testosteronspiegel (diese dienten in der Studie als Kontrollen) um die Hälfte erniedrigte Gefäßreparaturzellen aufweisen. Solche Gefäßreparaturzellen, im Englischen auch progenitor cells (PCs) bzw. die reifere Variante davon endothelial progenitor cells (EPCs) genannt, werden im Knochenmark aus Stammzellen gebildet und dann in die Blutbahn ausgeschüttet. Dort ersetzen  sie defekte Gefäßwandzellen (Endothelzellen), welche sonst zu Gefäßverkalkungen und nachfolgend zu Thrombosen führen würden. Die Substitution von Testosteron bei diesen hypogonadalen Männern führte dann wieder zu normalen Konzentrationen der genannten Reparaturzellen PCs und EPCs.

(Quelle: Foresta C, Caretta N, Lana A, et al. 2006. Reduced number of circulating endothelial progenitor cells in hypogonadal men. J Clin Endocrinol Metab. 91:4599-4602.)

Hristov M, Endothelial progenitor cells: mobilization, differentiation, and homing.Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2003 Jul 1;23(7):1185-9. Epub 2003 Apr 24. Review. et al., 2003 belegt eindrucksvoll die Gefäß schützenden Eigenschaften von Testosteron, und dass ein ausgeglichenes Hormonmilieu uns höchstwahrscheinlich mit vor drohenden Herzinfarkten und Schlaganfällen schützt.

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