Initiiert anlässlich einer 2005 gehaltenen Konsensus-Konferenz der International Society of Urological Pathology und nachfolgenden Beratungen/Veröffentlichungen erfuhr das ursprüngliche Gleason-System eine entsprechende Modifikation.Die Hauptvertänderungen betrafen hierbei die Gleason Kategorien 3 und 4 : So wurde das Spektrum der Gleason 3 Kategorie generell eingeengt und das der Gleason 4 Kategorie erweitert, um somit in Zukunft eine bessere Reproduzierbarkeit der jeweiligen Befunde unter verschiedenen begutachtenden Pathologen zu erreichen. In der Vergangenheit bestand insbesondere was die Gleason-Muster 3 und 4 anging, eine sehr hohe interindividuelle Diskrepanz, will heißen, der eine Pathologe beurteilte nach der alten Gleason Kategorie das Muster als 3 während der andere es als 4 beurteilte, wobei ja gerade ein Gleason-Muster 4 ein erheblicher Prognosefaktor bezüglich einer definitiven Heilung und Langzeitüberlebens-wahrscheinlichkeit darstellte. Auf Grund dieser jetzt in Pathologenkreisen neu beschlossenen Modifikationen des Gleason-Systems zugunsten eines Gleason 4 Musters wird in Zukunft zwangsläufig die Diagnose Gleason 3+4 ,also Gleason 7, zunehmen und die Diagnose Gleason 3+3 , also Gleason 6 abnehmen. Welche Auswirkungen diese Modifikationen letzten Endes auf den klinischen Alltag im Hinblick auf die Prognose eines diagnostizierten Prostatakrebses haben werden muss abgewartet werden. (Literatur:Lotan, T.L et al: Clinical implications of changing definitions within the Gleason grading system. Nature Reviews Urology 2010, 7, 136-142)
Archiv für den Monat April 2010
Das Neue (geänderte) Gleason-System 2009 beim Prostatakrebs
Mittwoch, 07. April 2010Männer mit Unfruchtbarkeit (Infertilität) haben ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko
Montag, 05. April 2010Die Ergebnisse einer umfangreichen multivariaten Analyse der auswertbaren Daten von 19.106 Männern, welche sich in Kalifornien in den Jahren 1967-1998 wegen unerfülltem Kinderwunsch einer weiteren diagnostischen Abklärung unterzogen hatten , zeigten ,dass die Männer, welche eine eingeschränkte Fruchtbarkeit hatten , also infertil waren. gegenüber der alterskorrelierten männlichen Normalbevölkerung ein 2,6 fach erhöhtes Risiko ( Hazard Risk HR = 2,6, 95 % Konfidenz Intervall 1,4 – 4,8, p = 0,003) aufwiesen, einen aggressiven Prostatakrebs zu bekommen. Insgesamt erfüllten 4.548 (24 %) der 19.106 Männer bei der weiteren Diagnostik nach den WHO (World Health Organization) die Kriterien einer Infertilität.Die Autoren kommen deshalb zu der Schlussfolgerung, dass infertile Männer sich einem entsprechenden Prostatakrebsscreening unterziehen sollten. (Literatur: Walsh T et al: Increased risk of high-grade prostate cancer among infertile men.Cancer 2010, publ. online ahead.)