Initiiert anlässlich einer 2005 gehaltenen Konsensus-Konferenz der International Society of Urological Pathology und nachfolgenden Beratungen/Veröffentlichungen erfuhr das ursprüngliche Gleason-System eine entsprechende Modifikation.Die Hauptvertänderungen betrafen hierbei die Gleason Kategorien 3 und 4 : So wurde das Spektrum der Gleason 3 Kategorie generell eingeengt und das der Gleason 4 Kategorie erweitert, um somit in Zukunft eine bessere Reproduzierbarkeit der jeweiligen Befunde unter verschiedenen begutachtenden Pathologen zu erreichen. In der Vergangenheit bestand insbesondere was die Gleason-Muster 3 und 4 anging, eine sehr hohe interindividuelle Diskrepanz, will heißen, der eine Pathologe beurteilte nach der alten Gleason Kategorie das Muster als 3 während der andere es als 4 beurteilte, wobei ja gerade ein Gleason-Muster 4 ein erheblicher Prognosefaktor bezüglich einer definitiven Heilung und Langzeitüberlebens-wahrscheinlichkeit darstellte. Auf Grund dieser jetzt in Pathologenkreisen neu beschlossenen Modifikationen des Gleason-Systems zugunsten eines Gleason 4 Musters wird in Zukunft zwangsläufig die Diagnose Gleason 3+4 ,also Gleason 7, zunehmen und die Diagnose Gleason 3+3 , also Gleason 6 abnehmen. Welche Auswirkungen diese Modifikationen letzten Endes auf den klinischen Alltag im Hinblick auf die Prognose eines diagnostizierten Prostatakrebses haben werden muss abgewartet werden. (Literatur:Lotan, T.L et al: Clinical implications of changing definitions within the Gleason grading system. Nature Reviews Urology 2010, 7, 136-142)