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Nierentumore sind oft bösartig,auch wenn sie beim Ultraschall als Zufallsbefund auffallen

Sonntag, 07. Oktober 2007

In einer retrospektiven Studie der Iniversitätsklinik Wien (Remzi,M.Urologe 2007,46,478-484) wurden zwischen 1994 und 2004  287 Patienten, welche dort wegen eines Nierntumors < 4cm  chirurgisch behandelt wurden, ausgewertet. Bei den meisten Patienten fiel der Nierentumor als Zufallsbefund anlässlich einer Routine-Ultraschalluntersuchung bei der Vorsorge auf und hatte den Patienten keinerlei Beschwerden verursacht. In der endgültigen histologischen Aufarbeitung der urochirurgisch entfernten Nierentumore waren nur 19,5 % gutartig , bei über 80 % handelte es sich bereits um Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom).Insbesondere wenn die Tumore einen Durchmesser von über 3 cm im Ultraschall bzw. CT hatten nahm die Wahrscheinlichkeit einer Bösartigkeit deutlich zu,: bereits 8,4 % dieser noch recht kleinen Tumore hatten bereits Fernmetastasen gesetzt (meist Lunge,Knochen oder Leber), während dies bei Tumore < 3 cm dies nur in 2,4 % der Fall war

Eigener Kommentar: Nierentumore sind für  knapp 5 % aller Krebserkrankungen und für knapp 4 % aller Krebstodesfälle beim Menschen verantwortlich und treten bevorzugt ab dem 50. Lebensjahr auf, sehr selten unter 40 Jahren. Sie machen meist erst sehr spät klinische Symptome wie Blut im Urin oder Oberbauch-/Flankenschmerzen und haben dann  auf Grund ihrer erreichten Größe (zwischen 5 und 15 cm)oftmals schon Fernmetastasen in Lungen/Knochen oder Leber gestreut,d.h., die Patienten sind dann nicht mehr zu retten.Die meisten Nierentumore fallen heute als Zufallsbefund im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung auf und können dann fast immer geheilt werden, oftmals unter Erhalt der betroffenen Niere und mittels sog. Knopflochchirurgie .

Es sollte deshalb jeder Mensch einmal im Jahr im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung beim Urologen eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und auch der Blase  mitmachen lassen. Dies ist zwar keine Kassen-sondern eine sog. IGEL-Leistung (Patienten müssen dies selbst privat bezahlen), die dafür investierten  59 € sind aber ein gut angelegtes Geld, da sie ihr Leben retten können.