Archiv für die Kategorie ‘Prostata’

Anatomie und biologische Funktionen der Prostata (Vorsteherdrüse)

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Die Prostata , auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein rundlich bis oval  geformtes drüsenförmiges  Organ, welches direkt unterhalb der Harnblase dem Beckenboden aufsitzt. Die Prostata wird den inneren (akzessorischen) Geschlechtsorganen des Mannes zugerechnet. Durch das Zentrum der Prostata zieht die Harnröhre, welche aus dem Blasenhals abgeht und den Urin nach außen transportiert. Durch die Prostata ziehen auch die beiden Samenleiter , die im Zentrum der Prostata am so genannten Samenhügel in die Harnröhre einmünden.

Die Samenleiter gehen aus den Nebenhoden hervor , verlaufen dann zusammen mit den Hodengefäßen im Samenstrang durch den Leistenkanal und biegen am inneren Leistenring wieder nach unten (kaudal) ins kleine Becken ab, um von der Seite her dann durch die Prostata bis zur Harnröhrenmündung zu ziehen. Durch die Samenleiter werden beim Orgasmus (Samenerguss) die im Hoden produzierten und Nebenhoden gespeicherten Samenzellen in rhythmischen Bewegungen  in die Harnröhre abgegeben und dann zusammen mit der Samenflüssigkeit nach außen ejakuliert. In die Samenleiter münden noch im Prostatabereich auf jeder Seite die Ausführungsgänge der Samenblasen. Das Sekret der  Prostatadrüsen steuert ca. 20-30 % des Volumens der  Samenflüssigkeit (Sperma) bei.

Die biologische Funktion der Prostata besteht in der Produktion des Prostatasekretes, welches Bestandteil der Samenflüssigkeit (Sperma) darstellt und dessen zahlreiche Nährstoffe (Eiweiße, Mineralien) zur Überlebens- und  Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen beiträgt, wenn diese beim Koitus in die Scheide ejakuliert worden sind.

Neben seinem Beitrag zur Fruchtbarkeit des Mannes stellt die Prostata auch ein Sexualorgan dar und trägt mit zum lustvollen Erleben des Orgasmus bei. Diese bei vielen Männern und auch Ärzten nicht bekannte Funktion der Prostata als Lustorgan macht sich zum Beispiel die Tantralehre (aus Indien und dem Buddhismus hervorgehend) zu eigen, indem sie bei sexueller Stimulation die Prostata als Lustorgan mit in den Mittelpunkt stellt ,wobei durch anale Stimulation der Prostata mit den Fingern der Partnerin den Männern zu einem wesentlich intensiver erlebten  Orgasmus verholfen wird. Auch im afrikanischen Raum ist diese Liebestechnik teilweise verbreitet.

Der Tribut des Hormonentzugs beim fortgeschrittenen Prostatakrebs

Dienstag, 30. Oktober 2007

Das fortgeschrittene Prostatakarzinom, welches weder durch Operation (radikale Entfernung der Prostata)  noch durch Strahlentherapie geheilt werden kann, wird auch heute noch weltweit standardisiert mit einem hormonellen Entzug behandelt, indem die Testosteronwerte auf präpubertäre Werte gesenkt werden. Dies geschieht  entweder chemisch-medikamentös mit  LH-RH-Analgoa, welche alle 3 Monate unter die Bauchhaut gespritzt werden, oder aber durch  das operative Entfernen des das Testosteron produzierenden Hodengewebes.

Eine große, jetzt im Oktober 2007 im Journal of Urology (Krupski,T.L.et al,J.Urol. 2007,178,1423-1428) publizierte Serie mit insgesamt 8.577 Patienten mit Prostatakrebs, von welchen 3055 sich einer solchen Hormonentzugsbehandlung unterzogen hatten, während dies bei den anderen 5522 Männern nicht der Fall war, ergab folgende Ergebnisse:

Die Männer mit einer Hormonentzugsbehandlung hatten nach 3 Jahren signifikant häufiger Knochenbrüche (18,7 % vs. 14,6 %, p< 0,001) .Die durchschnittlichen Behandlungskosten für die mit Hormonentzugsbehandlung therapierten Patienten betrugen in dem 3-Jahreszeitraum $ 48.350,– gegenüber nur $ 26.097,– in der Kontrollgruppe.

Diese Studie zeigt einmal mehr, dass Männer , welche sich wegen fortgeschrittenen Prostatakrebses einer Hormonentzugsbehandlung unterziehen müssen, ein deutlich höheres Osteoporose-und Knochenbruchrisiko aufweisen, was mit erheblichen Mehrkosten für das Gesundheitssystem verbunden ist. Ganz abgesehen von dem hohen Leidensdruck für die davon betroffenen Männer.

Eigene Empfehlung: Männer haben es selbst in der Hand, ob sie eines Tages an einem nicht mehr heilbaren Prostatakrebs erkranken, der dann eine Testosteronentzugsbehandlung erfordert, oder aber rechtzeitig geheilt werden können, indem sie einmal im Jahr ihren Urologen aufsuchen und dort einen Prostatacheck mit PSA-Wert-Bestimmung durchführen lassen.

Prostatakrebs (Prostatakarzinom) - deutlich erhöhtes lebenslanges Risiko bei positiver Familienanamnese

Samstag, 06. Oktober 2007

Männer, in deren Familie/Verwandtschaft ein Prostatakrebs bereits einmal aufgetreten ist, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, später ebenfalls an einem Prostatakrebs zu erkranken. Und so hoch ist Ihr persönliches Risiko, einen Prostatakrebs (Prostatakarzinom) zu bekommen ,in Abhängigkeit vom Verwandtschaftsgrad:

Familien/Verwandtenanamnese

Relatives Risiko(Risikoerhöhung) % Absolutes Risiko
Keiner erkrankt             1                 8 %
Vater ≥ 60 Jahren erkrankt            1,5               12 %
Bruder ≥ 60 Jahren erkrankt            2,0               15 %
Vater < 60 Jahren erkrankt            2,5               20 %
Bruder< 60 Jahren erkrankt            3,0               25 %
2 nahe Verwandte erkrankt            4,0               30 %
3 od. mehr Verwandte erkrankt            5,0            35 – 45 %

(Quelle: Johnson,L.E. et al, BJU international 2003,91,789-794)

Eigener Ratschalg: Sollten Sie zu einer der in der Tabelle aufgeführten Risikogruppen gehören und wollen Sie später nicht an einem Prostatakrebs versterben so lassen Sie regelmäßig ab dem 40. Lebensjahr beim Urologen Ihren PSA und freien PSA-Wert bestimmen, damit ein evtl. entstehender Prostatakrebs rechtzeitig erkannt und geheilt  werden kann. In Abhängigkeit von dem Ergebnis wird dann der Urologe die Untersuchungsintervalle gemeinsam mit Ihnen festlegen.

PSA: Werte im Sommer und Winter unterschiedlich

Samstag, 06. Oktober 2007

In einer unlängst im British Medical  Journal (BMJ 2007,335,276.R.Dobson) publizierten Studie fand der Autor heraus , dass die PSA Werte im Sommer unter dem Einfluss der warmen Sonne  im Durchschnitt um 23 % höher liegen als in der kalten Jahreszeit.Dies hat zur Folge, dass im Sommer eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass der PSA-Wert bei Männern die alters-adaptierten normalen Grenzwerte (so genannte Cut-off Values) überschreiten und Sie dann wegen Verdacht auf Prostatakrebs einer aufwändigen, nicht gerechtfertigten Prostatastanzbiopsie unterzogen werden .

Eigener Ratschlag: Sollten bei Ihnen die PSA-Werte im Sommer etwas erhöht gewesen sein, dann lassen Sie diesen im Herbst/Winter wiederholen, bevor Sie dem Rat Ihres Arztes folgen und sich einer Gewebeentnahme aus der Prostata unterziehen

Prostatakarzinom-News

Mittwoch, 20. Juni 2007

In diesem Chapter werden Sie regelmäßig von mir die aktuellsten Neuigkeiten zum Thema Prostatakarzinom finden.