Sofortige oder verzögerte Testosteron-Entzugstherapie
Eine weit verbreitete Unsicherheit besteht unter der Ärzteschaft, ob eine sofortige oder aber eine verzögerte Testosteronentzugstherapie (chemisch oder chirurgisch) bei Patienten mit primär fern metastasiertem ProstatakrebsRelaps bzw. bei Patienten mit einem so genanntem (Rezidiv) nach kurativer Therapie (operativ oder chirurgisch) ,nachgewiesen durch einen PSA-Anstieg, durchgeführt werden soll.
Aktualisierung der ASCO-Richtlinien bez. der hormonellen Therapie des recurrenten und progressiven Prostatakrebses
Anhand einer neu durchgeführten Literatur-Recherche hat die American Society of Clinical Oncology (ASCO) ihre 2004 publizierten Richtlinien (guidelines) bezüglich der hormonellen Therapie des androgen sensitiven, metastasierten , wiederkehrenden (recurrenten) oder progressiven Prostatakrebses aktualisiert (Loblaw , D.A. et al): In die den neuen Empfehlungen der ASCO zugrunde gelegten Literatur-Recherche gingen 7 randomisierte Studien, Ein systematischer Review, eine Metaanalyse, ein Markov Modell und ein die Delta Methode mit 95 % Konfidenzintervall zugrunde gelegtes Verfahren für aktiv kontrollierte Studien mit ein;
1.Sowohl der chirurgische (beidseitige Orchiektomie) als auch der chemische (LHRH-Analoga) Hormon(Testosteron)entzug werden als initiale Hormontherapie empfohlen.
2.Die Therapie mit nicht-steroidalen Antiandrogenen(z.B.Bicalutamid) wird als Alternative zu 1. als diskussionswürdig erachtet.
3.Die Monotherapie mit steroidalen Antiandrogenen (z.B.Cyproteronacetat) wird hingegen nicht empfohlen.
4. Die kombinierte (totale) Androgenblockade sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden.
5. Bei metastasiertem oder progredienten PCA resultiert die sofortige gegenüber der verzögerten,“Symptom (Schmerzen) “getriggerten” Hormonentzugstherapie in einer moderaten Verminderung (17 %) des relativen Risikos für die Karzinom spezifische Mortalität bei gleichzeitig moderatem Anstieg (15%) der nicht Karzinom spezifischen Mortalität, somit netto gesehen in keinem Gesamtüberlebensvorteil.
Unter Berücksichtigung dieser Daten kam das ASCO Gremium zu der Auffassung , dass derzeit keine strenge Empfehlung für eine frühzeitige Hormonentzugstherapie gegeben werden kann, und dass weitere prospektive Studien erforderlichRisikogruppen sind. Die geeignet sind, zu indentifizieren, welche von einer frühen Hormon(Testosteron)entzugstherapie profitieren.
Quelle: Loblaw,D.A.,Virgo,K.S.,Nam,R. et al: Initial hormonal management of androgen-sensitive metastatic, recurrent, or progressive prostate cancer: 2006 Update of an American Society of Clinical Oncology practice guideline.J Clin Oncol 25,1596-1605,2007