Mit ‘Impotenz’ getaggte Artikel

Keine Augenschäden durch Potenzpillen Sildenafil (Viagra®), Tadalafil (Cialis®) und Vardenafil (Levitra®)

Mittwoch, 19. August 2009

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Gute Nachricht für Männer, die von Erektionsstörungen betroffen sind

Mehrere Berichte der Vergangenheit hatten immer wieder darüber spekuliert, dass in seltenen Fällen durch PDE 5-Hemmer (Cialis®, Viagra®, Levitra®) schwere Augenschäden im Sinne einer Erblindung durch auf Grund einer so genannten NAION (nicht arteritische anteriore ischämische optische Neuropathie) ausgelöst werden könnte, weshalb die amerikanischen und europäischen Zulassungsbehörden darauf drängten, dass dies in die Beipackzettel der genannten Medikamente aufgeführt wird. Ein Review der gesamten verfügbaren Literatur hierzu kam nun zu der Erkenntnis, dass das Auftreten einer NAION Augenerkrankung ursächlich nicht auf die Einnahme von Potenzmedikamenten zurückzuführen ist und somit diese Medikamente sicher für die Augen sind.

Eigener Kommentar zu Augenerkrankung durch PDE 5-Hemmer / Potenzpillen (Cialis®, Viagra®, Levitra®):

NAION ist eine seltene (Häufigkeit: 3-5/100.000), spontan und akut auftretende Augenerkrankung, welche sehr häufig zur Erblindung führt. Betroffen hiervon sind vor allem ältere Männer über 50 Jahre mit den folgenden Risikofaktoren/Krankheiten, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes oder metabolisches Syndrom. Da diese genannten Risikofaktoren auch bei Männern mit Potenzstörungen häufig vorhanden sind wundert es nicht, dass diese Männer auch ein erhöhtes Risiko für diese seltene Augenerkrankung aufweisen. Dieses Risiko wird aber nicht durch eine gleichzeitige Einnahme der genannten Potenzpillen erhöht, wie der Artikel zeigte- und dies ist die gute Nachricht für alle von Erektionsstörungen betroffene Männer.

Quelle: Drug Safety 2009, 32,1-18

Nerv(Potenz)erhaltende Prostataentfernung mit hohen Impotenzraten

Sonntag, 18. Januar 2009

Die sogenannte Nerv(Potenz)erhaltende Prostataentfernung bei Prostatakrebs führt zu hohen bleibenden Impotenzraten auch in “Centres of Excellence”. Ergebnisse einer unabhängigen weltweiten Studie

In einer weltweiten Multicenterstudie mit 87 teilnehmenden Kliniken, welche als “Centres of Excellence” gelten, was die Nerv(Potenz) erhaltende Prostataentfernung beim Prostatakrebs angeht, wurden 628 Patienten eingeschlossen, welche sich einer beidseitigen Nerv erhaltenden Prostataentfernung unterzogen haben.

Die Patienten gehörten per definitionem der so genannten  Prostatakrebs Low Risk Gruppe an (PSA <10 ng/ml, Gleason Score ≤ 7). Innerhalb 14 Tage nach Operation wurden  die Patienten für 9 Monate einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt:

  • Vardenafil 10 mg täglich abends einzunehmen
  • Vardenafil 20 mg nur vor dem Sex einzunehmen
  • Placebo täglich abends einzunehmen
  • Placebo nur vor dem Sex einzunehmen.

Nach der Therapie bekamen die Patienten für 1 Monat in einem single blind modus Placebo und danach für 2 Monate in einer open lable Phase Vardenafil bei Bedarf , also vor  dem Sex. Als primärer Endpunkt dienten die Patienten welche nach 2 Monate wash-out Phase (also keine Behandlung mit einem wirksamen Potenzmedikament ) noch einen IIEF-EF Score von > 22 erreichten.

Alle Patienten waren vor der Prostataentfernung vollständig potent gemäß dem Internationalen Index der Erektionsfunktion (IIEF-EF, Score > 25) und regelmäßig sexuell aktiv. Unter den Deutschen Zentren, welche mit einer repräsentativen Anzahl von Patienten daran teilnahmen, befanden sich die auf Prostatakrebs spezialisierte private Martiniklinik in Hamburg sowie die Urologische Universitätsklinik Großhadern in München.

Die Ergebnisse dieser Studie sind mehr als ernüchternd ausgefallen: 12 Monate nach Durchführung der beidseits Nerv erhaltenden Prostataentfernung waren per definitionem nur noch ca. 27 % aller vor Operation  komplett potenten Patienten potent geblieben und dies obwohl es sich um eine so genannte low risk Prostatakrebs-Patientengruppe handelte.

Kommentar zur Studie über Impotenzraten bei Nerv erhaltenden Prostataentfernung

Die Ergebnisse dieser  Studie, welche erstmals über neutrale, nicht der jeweiligen Klinik/Institution zugehörige Personen ausgewertet wurden, stehen in krassem Gegensatz zu den von den jeweiligen Kliniken mitgeteilten Potenzraten, welche sie mit 80-95 % angeben (siehe Websites der jeweiligen Kliniken). Die Ergebnisse dieser weltweit objektiven Studie führen der Öffentlichkeit eindrucksvoll vor Augen, dass auch Centres of Excellence eine Impotenzrate von 70-80 % und nicht von 20% , wie sooft behauptet, nach “Potenz” erhaltender Prostataentfernung haben.

Patienten, welche an einem Prostatakrebs leiden und auf eine Potenz erhaltende Operation Wert legen, sollten diese Tatsachen verinnerlichen und wissen, dass die von den jeweiligen Kliniken subjektiv mitgeteilten Potenzraten sehr geschönt“, um nicht zu sagen gelogen sind.

Diese objektive Studie beweist dies weltweit zum ersten Male.

Quelle: Montorsi,F.et al: Effect of Nightly versus On-Demand Vardenafil on Recovery of Erectile Function in Men Following Bilateral Nerve Sparing Radical Prostatectomy.Eur Urol2008,54,924-931)