Die Ergebnisse einer umfangreichen multivariaten Analyse der auswertbaren Daten von 19.106 Männern, welche sich in Kalifornien in den Jahren 1967-1998 wegen unerfülltem Kinderwunsch einer weiteren diagnostischen Abklärung unterzogen hatten , zeigten ,dass die Männer, welche eine eingeschränkte Fruchtbarkeit hatten , also infertil waren. gegenüber der alterskorrelierten männlichen Normalbevölkerung ein 2,6 fach erhöhtes Risiko ( Hazard Risk HR = 2,6, 95 % Konfidenz Intervall 1,4 – 4,8, p = 0,003) aufwiesen, einen aggressiven Prostatakrebs zu bekommen. Insgesamt erfüllten 4.548 (24 %) der 19.106 Männer bei der weiteren Diagnostik nach den WHO (World Health Organization) die Kriterien einer Infertilität.Die Autoren kommen deshalb zu der Schlussfolgerung, dass infertile Männer sich einem entsprechenden Prostatakrebsscreening unterziehen sollten. (Literatur: Walsh T et al: Increased risk of high-grade prostate cancer among infertile men.Cancer 2010, publ. online ahead.)
Mit ‘Tag hinzufügen’ getaggte Artikel
Männer mit Unfruchtbarkeit (Infertilität) haben ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko
Montag, 05. April 2010Hodenhochstand (Kryptorchismus) und Hodenkrebsrisiko
Sonntag, 18. Januar 2009Hodenhochstand (Kryptorchismus) und Hodenkrebsrisiko
Das relative Risiko an einem Hodenkrebs zu erkranken schwankt für Jungen/Männer mit einem Hodenhochstand gemäß einer Literatur-recherche (Medline) zwischen 2,8 und 8.Jungen, bei welchen eine Hodenhochstandsoperation (Fachbegriff: Orchidopexie) erst nach dem 12.Lebensjahr durchgeführt wurde haben ein zwischen 2-6fach höheres Hodenkrebsrisiko als solche, bei welchen die Operation in jüngeren Jahren durchgeführt worden ist. Besteht ein einseitiger Hodenhochstand so hat der kontralaterale, im Hodensack befindliche Hoden kein erhöhtes Krebsrisiko. Persistierende, also nicht operierte hoch stehende (Leiste,Bauchraum) Hoden haben ein höheres Risiko für so genannte Seminome (74%),wenn sie an einem Hodenkarzinom erkranken,während operierte, also in den Hodensack verlagerte ehemals kryptorche Hoden ein höheres Risiko für nicht seminomatöse Hodenkarzinome (63 %) zeigen, wenn sich in ihnen ein Hodenkrebs bildet.
Kommentar zu Hodenhochstand (Kryptorchismus) und Hodenkrebsrisiko:
Diese aktuelle Literaturrecherche beweist, dass auch bei adoleszenten und erwachsenen Männern bei hoch stehendem Hoden immer eine Operation im Sinne einer Verlagerung (Orchidopexie) des kryptorchen Hodens in den Hodensack durchgeführt werden sollte. Ist dies aus anatomischen Gründen nicht möglich sollte insbesondere bei deutlich geschrumpften Leistenhoden dieser dann sicherheitshalber entfernt werden.
Von dem Entartungs (Krebs-)risiko des kryptorchen Hodens ist das Risiko der Infertilität (Unfruchtbarkeit) klar zu unterscheiden: es ist mittlerweile eindeutig bewiesen, dass Jungen/Männer mit kryptorchen Hoden eine zunehmende Beeinträchtigung der späteren Fruchtbarkeit zeigen, wenn der Hoden nicht vor Beendigung des 2.Lebensjahres (!!)operiert (orchidopexiert) worden ist!
(Literaturquelle: Wood,H.M. et al: Cryptorchidism and Testicular Cancer: Separating fact from fiction. J. Urol2009, 181, 452-461)